Die Entwicklung des Arbeitsmarktes Deutschland im September 2008
30.09.2008, Von der Abschwächung der konjunkturellen Dynamik und den Turbulenzen an den Finanzmärkten zeigt sich der Arbeitsmarkt bisher unbeeindruckt. Die Arbeitslosigkeit geht zurück. Die Beschäftigung ist weiter gewachsen. Und die Nachfrage nach Arbeitskräften bewegt sich weiter auf hohem Niveau, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-J. Weise.
Bei der Interpretation der aktuellen Entwicklung muss weiterhin berücksichtigt werden, dass Ende 2007 vorruhestandsähnliche Regelungen ausgelaufen sind, die die Arbeitslosigkeit reduziert haben. Personen, die früher diese Regelungen in Anspruch genommen hätten, werden nun als Arbeitslose gezählt. Im bisherigen Jahresverlauf dürfte das die Arbeitslosigkeit jeweils monatlich in der Größenordnung von 10.000 erhöht haben.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im August saisonbereinigt um 39.000 gestiegen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat nach Daten der Bundesagentur für Arbeit, die bis Juli reichen, saisonbereinigt um 38.000 zugenommen. Nicht saisonbereinigt ist die Erwerbstätigkeit nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes von Juli auf August um 94.000 auf 40,40 Millionen gestiegen. Gegenüber dem Vorjahr hat die Erwerbstätigkeit um 545.000 zugenommen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im Juli nach der Hochrechnung der Bundesagentur für Arbeit bei 27,4 Millionen, gegenüber dem Vorjahr war das ein Zuwachs von 586.000. Dabei entfällt deutlich mehr als die Hälfte des Beschäftigungsplus auf sozialversicherungspflichtige Vollzeitstellen. Die anderen Formen der Erwerbstätigkeit haben sich im Vorjahresvergleich nur wenig verändert.
Die Beschäftigung ist in allen Bundesländern gestiegen; der Zuwachs reicht von Thüringen mit 1,4 Prozent bis zum Stadtstaat Hamburg mit 3,5 Prozent. Die Betrachtung nach Branchen zeigt in den meisten Fällen Beschäftigungszuwächse. Vor allem bei unternehmensnahen Dienstleistungen gab es einen kräftigen Anstieg (+206.000), der zum Teil auf Arbeitnehmerüberlassung beruht. Darüber hinaus waren deutliche Zuwächse vor allem im Gesundheits- und Sozialwesen (+90.000), bei Erziehung und Unterricht (+28.000), bei sonstigen Dienstleistungen (+26.000) und bei Verkehr und Nachrichtenübermittlung (+31.000) zu verzeichnen. Ein großer Wachstumsbeitrag kam auch vom Verarbeitenden Gewerbe (+125.000). Leichte Beschäftigungsverluste gab es u.a. in der Bauwirtschaft ( 7.000).
Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosigkeit belief sich in Deutschland für den August auf 2,9 Millionen und die Erwerbslosenquote auf 6,7 Prozent.
Das gemeldete Stellenangebot (einschließlich geförderter Stellen) ist im September saisonbereinigt um 6.000 und die ungeförderten Stellen für „normale“ sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse, die besser die Marktentwicklung widerspiegeln, um 3.000 gestiegen. Nicht saisonbereinigt verringerte sich der gesamte Stellenbestand von August auf September um 1.000 auf 585.000. Von diesen Stellen waren 90 Prozent sofort zu besetzen. Im Vergleich zum Vorjahr hat der Bestand um 44.000 abgenommen. Von allen gemeldeten Stellen entfielen 65 Prozent oder 379.000 auf ungeförderte Stellen für „normale“ sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse. Das waren 7.000 weniger als vor einem Monat und 18.000 weniger als vor einem Jahr.
ENDE Pressemeldung / Pressemitteilung Die Entwicklung des Arbeitsmarktes Deutschland im September 2008
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