- Ericsson führt ein GitOps-basiertes, deklaratives Lebenszyklus- und Konfigurationsmanagement für Cloud-native Kernnetze ein.
- Die neueste Komponente des Ericsson Intelligent Core-Angebots schafft die Grundlage für einen KI-gesteuerten, absichtsbasierten und autonomen Netzbetrieb im großen Maßstab in CSP-Umgebungen.
- Wie erste Implementierungen bei Swisscom zeigen, sorgt dieses Modell für einen deutlich schnelleren, einfacheren und zuverlässigeren Betrieb.
Ericsson verbessert die Bereitstellung seiner Core-Netzwerksoftware in den Netzen von Kommunikationsdienstleistern. Zu diesem Zweck bietet das schwedische Unternehmen GitOps-konforme Softwarepakete und ein Konfigurationsmanagement für all seine Cloud-nativen Dual- Mode-5G-Kernnetzfunktionen (CNFs) an. Dadurch kann ein CSP bei Änderungen an Softwareversionen oder Konfigurationen in seinem Mobilfunkkernnetz festlegen, welche Ziele das Netz erreichen soll, und das System die erforderlichen Änderungen automatisch umsetzen lassen. So kann der Dienstleister manuelle, zeit- und ressourcenintensive Prozesse reduzieren und den technischen Teams deutlich mehr Zeit für andere Aufgaben verschaffen. Das neue Bereitstellungsmodell wird künftig für Anwendungen und Produkte im gesamten Kernnetz-Portfolio verfügbar sein.
Ericsson stärkt den Cloud-nativen Netzbetrieb durch den Übergang von einem prozedurbasierten Lebenszyklus- und Konfigurationsmanagement zu deklarativen, automatisierten Workflows. Das vollständig deklarative Modell verbessert die Automatisierungsmöglichkeiten durch die Unterstützung von Intents auf Ressourcenebene, beschleunigt alltägliche Wartungsaufgaben und optimiert die Einführung neuer Funktionen und Dienste.
Diese neueste Ergänzung des "Intelligent Core"-Angebots von Ericsson bildet die Grundlage für autonome Netze, indem sie KI-gestützte Erkenntnisse mit absichtsbasierten und geschlossenen Betriebsprozessen kombiniert. Im Mittelpunkt der GitOps-Methodik steht die Festlegung eines gewünschten Netzzustands. Dieser dient als zentrale, verbindliche Referenz. Git ermöglicht dabei die Versionskontrolle, während ein automatisierter Abgleichprozess sicherstellt, dass der tatsächliche Netzzustand durch Workflows für Software-Lifecycle- und Konfigurationsmanagement kontinuierlich mit dem gewünschten Zustand in Einklang gebracht wird.
Dies bildet die Grundlage dafür, Änderungen und Updates für Anwendungsfälle autonomer Netze in großem Maßstab umzusetzen - auf Basis KI- gestützter Erkenntnisse, mit hoher Geschwindigkeit und bei gleichzeitiger Bewältigung einer Komplexität, die sich durch manuelles Lifecycle- und Konfigurationsmanagement nur schwer beherrschen ließe.
Swisscom hat eng mit Ericsson zusammengearbeitet, um diese neue Funktion zur Softwarebereitstellung und -verwaltung in sein Netz zu integrieren. Sie ergänzt die bestehenden Automatisierungsverfahren von Swisscom. Die Zusammenarbeit hat deutliche Ergebnisse erzielt: Die Zeit für Software-Upgrades hat sich um 60 Prozent und die Zeit für die Bereitstellung von Netzwerkdiensten um 97 Prozent reduziert. Zudem wurde damit der Übergang von herkömmlichen monatlichen Wartungsfenstern und manuellen Upgrades über Nacht hin zu einer automatisierten Softwarebereitstellung und einem automatisierten Änderungsmanagement während der normalen Arbeitszeiten vorangetrieben. Swisscom untersucht nun weitere Bereiche, in denen das neue Modell angewendet werden kann, darunter die Entwicklung neuartiger Anwendungsfälle, die auf einer KI-gesteuerten Automatisierung von Aufgaben wie der Konfiguration von Roaming-Partnern basieren. Das Ergebnis ist ein agileres Netz mit schnelleren Upgrades und einer Grundlage für einen autonomen, KI-gestützten Betrieb.
Philipp Bichsel, Executive Vice President Mobile Network & Services bei Swisscom: "Der GitOps-basierte Ansatz von Ericsson hat uns dabei geholfen, den Betrieb unseres Cloud-nativen Netzes zu vereinfachen und zu beschleunigen. Er hat eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung von Swisscom von einem traditionellen Telco- zu einem TechCo-Unternehmen gespielt, deren Schwerpunkt auf intelligenter Automatisierung, Cloud-nativem Betrieb und kontinuierlicher Softwarebereitstellung liegt. Diese Investitionen führen zu einem effizienteren Betrieb, schnelleren Innovationen und messbaren Produktivitätssteigerungen. Unsere enge Zusammenarbeit bei dieser Transformation zeigt, was möglich ist, wenn starke, gleichgesinnte Partner auf eine gemeinsame Vision hinarbeiten."
Caroline Chappell, Senior Analystin und Gründerin von CCSquared, sagt: "Die Einführung von GitOps ist entscheidend für Mobilfunkanbieter, die das Cloud-native Betriebsmodell implementieren wollen, das für eine Zukunft mit autonomen Netzen erforderlich ist. GitOps ermöglicht es den Unternehmen, die Komplexität nicht nur eines softwarebasierten Kerns, sondern des gesamten Cloud-nativen Netzes zu bewältigen - dem Eckpfeiler einer Strategie zur Erschließung neuer Einnahmequellen durch 5G Standalone und darüber hinaus. Mobilfunkunternehmen sollten sicherstellen, dass ihr Kernnetz durch eine GitOps-basierte Lösung für den Software-Lebenszyklus und das Konfigurationsmanagement gut unterstützt wird. Das vereinfacht die betriebliche Komplexität, ebnet einen Weg zur Autonomie und fördert die Fähigkeit des Kernnetzes, angesichts von Veränderungen zuverlässig und widerstandsfähig zu funktionieren."
Monica Zethzon, Leiterin des Bereichs Core Networks bei Ericsson, sagt: "Das deklarative Management mittels GitOps ist nun im Markt angekommen und bietet unseren Kunden ein wichtiges neues Element für das Cloud-Betriebsmodell und autonome Netze. Aufbauend auf unseren Service-Fähigkeiten und der darauf abgestimmten Automatisierung des Lebenszyklusmanagements wird es Mobilfunkdienstleistern eine höhere betriebliche Effizienz und Skalierbarkeit verschaffen und damit neue Wachstumschancen eröffnen. Unsere Zusammenarbeit mit Swisscom war für die Weiterentwicklung dieser Fähigkeit von entscheidender Bedeutung. Sie lieferte wichtige praktische Erfahrungen, die uns halfen, den Ansatz ausgereift zu gestalten und so weit zu bringen, dass wir ihn nun allen zur Verfügung stellen können. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit unseren Kunden einfachere Prozesse, autonomere Abläufe und bessere Kapazitäten zu schaffen, um auch die anspruchsvollsten Geschäftsziele zu erreichen."
Ericsson führt Git-kompatible Softwarepakete ein, um das Lebenszyklusmanagement von Kernnetz-Software zu verbessern. Die Konfiguration und Inbetriebnahme dieser Software- Updates kann über bestehende Funktionen erfolgen, wie sie beispielsweise von Ericsson Orchestrator bereitgestellt werden. Dieser neue Ansatz ergänzt andere Elemente des "Intelligent Core"-Angebots von Ericsson und basiert auf der umfassenden Erfahrung des Unternehmens im Bereich Cloud-nativer Betriebsabläufe. Er wird in die CI/CD-Pipeline des Unternehmens integriert, die auch das In-Service Software Upgrade (ISSU) unterstützt. Darüber hinaus erleichtert er die Abstimmung mit der Architektur der Ericsson Intelligent Automation Platform, indem er die Integration mit weiteren Ericsson-Produkten für Lifecycle- und Konfigurationsmanagement ermöglicht - einschließlich der Unterstützung von Lösungen verschiedener Anbieter.
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