SAP-Studie sieht Banken vor fundamentalem Wandel


11.09.2008, Walldorf. Angesichts des aktuellen wirtschaftlichen und demografischen Wandels gehen 82 Prozent der Führungskräfte europäischer Banken davon aus, dass externe Faktoren wie die Kreditkrise die Bankenbranche künftig wesentlich stärker beeinflussen werden als intern getriebene Veränderungen. Dieses Ergebnis geht aus einer Studie des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Novamétrie hervor, die von SAP in Auftrag gegebenen wurde. Zur Entwicklung des Finanzsektors in den kommenden zehn Jahren wurden Führungskräfte europäischer Banken sowie externe Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft befragt.

„Wir haben auf die allgemeine Entwicklung in der Bankenbranche keinen Einfluss mehr“, erklärt ein Teilnehmer der Umfrage. „[Die Krise] schränkt die Kreditvergabe ein, bremst das Wachstum und wirkt sich letztlich auf die Kundenbetreuung aus.” Weitere maßgebliche Ergebnisse der Studie:

Die Hälfte der Führungskräfte sieht die Kreditkrise als ein Aspekt längerfristiger Veränderungsprozesse der Finanzbranche; Als entscheidende Faktoren für den Wandel der Branche sehen über 70 Prozent der Umfrageteilnehmer die zunehmende Differenzierung von Kundensegmenten, die Globalisierung sowie den hohen Konkurrenzdruck; 19 Prozent der Befragten sehen den IT-Einsatz als kritischen Erfolgsfaktor, obwohl eine Vielzahl von Banken ältere, teure und unflexible IT-Infrastrukturen vorhalten; Der systematischen Analyse von Unternehmensdaten (Business Intelligence) wird noch wenig Bedeutung beigemessen. Dies zeigt, dass Banken die Möglichkeiten zur Verbesserung ihres Kundenbeziehungsmanagements oder zur Entwicklung neuer Geschäftsmöglichkeiten noch wenig nutzen; Finanzinstitute sind sich über die Notwendigkeit von Veränderungen bewusst. Mehr als 85 Prozent der Umfrageteilnehmer nennen den Ausbau von Vertriebskanälen sowie Verbesserzungen bei der Kundenbindung als wesentliche Investitionsbereiche; Führungskompetenz wurde von 41 Prozent der Befragten als der wichtigste interne Erfolgsfaktor angegeben.

„Die Ergebnisse der Studie vermitteln den Eindruck, dass der Einfluss der Banken auf ihre eigene Entwicklung kleiner wird“, resümiert Arnoud De Meyer, Director an der Judge Business School der Cambridge University. „Sie sehen sich als Opfer der Krise und scheinen zu akzeptieren, dass der künftige Kurs ihrer Bank nicht durch die eigenen Visionen, sondern die derzeitige Branchensituation getrieben ist. Solange sich Banken diesem Umstand ergeben, bleibt die Zukunft der Branche ungewiss.“

Zukunftsstrategien Die Studie zeigt, dass die aktuellen Investitionen der Banken mehrheitlich kurzfristig ausgerichtet sind, und eher dem Zweck dienen, Marktanteile zu halten denn langfristiges Wachstum zu generieren. Die Befragten erkennen zwar die Chancen einer neuen Kundengeneration – die wenig Wert auf traditionelle Bankmodelle legt – setzen sie aber nicht um. Dies sind etwa Kunden, die ausschließlich über das Internet oder mobile Anwendungen Kontakt zu ihrer Bank halten. Weitere Kundensegmente entstehen durch die demografischen Veränderungen bei der älteren Generation oder bei Einwanderern.

Die in der Studie befragten externen Experten sind der Meinung, dass Banken derzeit keine solide Grundlage schaffen, um diese neuen Kundensegmente zu adressieren. Sie investieren weder in eine größere Vielfalt und Flexibilität ihrer Dienstleistungen noch in ihre IT-Infrastruktur, sondern konzentrieren sich stark auf die Umsetzung rein interner Anforderungen. Ein Bankenvertreter kommentiert: „Banken sprechen viel über Kundenorientierung. Das bedeutet aber nicht, dass sie auch kundenorientiert arbeiten.”

„Die Umfrage bietet interessante externe Perspektiven, die in dieser Form durch interne Diskussionen in der Branche nicht entstehen“, erklärt Johan Kestens, Senior Vice President, Line of Business Financial Services, SAP. „Zudem zeigt sie, in welch abwartender Haltung sich derzeit viele Banken befinden. Um jedoch ihre Zukunftschancen zu nutzen, müssen sie eigene Strategien entwickeln und vorantreiben.“

Die Ergebnisse der Studie führen zu dem Schluss, dass Banken ihre Investitionen in folgenden neun Schlüsselbereichen überprüfen sollten:

Verbessertes Kundenbeziehungsmanagement als langfristiger, übergreifender Fokus

Integration der Vertriebskanäle

Verbessertes Risikomanagement für alle Akteure

Unternehmensübergreifende, automatisierte und standardisierte Geschäftsprozesse sowie der effiziente Einsatz von Business-Intelligence-Tools Strategien für Out- und Insourcing

Nutzung und Steuerung des Unternehmenswissen durch ein verbessertes Berichtswesen, Regulierung und Compliance

Aufbau von Initiativen zur verantwortlichen Unternehmensführung (Corporate Social Responsibility)

Die Weiterentwicklung talentierter Mitarbeiter auf allen Ebenen Image- und Markenkampagnen, um verlorene Glaubwürdigkeit zurück zu gewinnen Informationen zur Bankenstudie der SAP

Für die Studie wurden Interviews mit 38 Fachkräften aus führenden Banken in ganz Europa durchgeführt. Zusätzlich ließ SAP acht Experten aus den Disziplinen Betriebswirtschaft, Soziologie, Demographie, Mathematik und Naturwissenschaften befragen. So konnten die externen Faktoren beleuchtet werden, welche die Bankenbranche derzeit beeinflussen.

Veranstaltungshinweis: Sibos 2008 Die Sibos 2008, eine der weltweit bedeutendsten Fachkonferenzen für Finanzdienstleistungen, findet vom 15. bis 18. September in Wien statt. SAP zeigt am Stand C107, wie Banken ihre Kundenprozesse durchgängig, umfassend und zielgerichtet gestalten können. Zudem demonstriert SAP, wie Banken ihre Zahlungsprozesse durch den Einsatz von Enterprise SOA und SEPA entwickeln können, die vollständig auf ihre Zahlungsstrategien abgestimmt sind.

Informationen zu SAP for Banking Das Branchenportfolio SAP for Banking unterstützt bankenspezifische Prozesse wie Transaktionsbanking, CRM und Risikomanagement sowie unternehmensrelevante Bereiche wie Finanzbuchhaltung, Personalmanagement und Beschaffung, die über eine Geschäftsprozessplattform – einer Enterprise SOA – bereitgestellt werden. SAP for Banking bietet ein integriertes Set an Tools und automatisierten Prozessen zur Steuerung sämtlicher Prozesse im Front- und Back-Office-Bereich von Banken – von Core Banking über umfangreiche Finanztransaktionen, dem Kundenbeziehungsmanagement, dem Rechnungswesen und Controlling bis hin zu Profitabilitäts- und Risikoanalysen. Mit mehr als 680 Kunden in 73 Ländern weltweit unterstützt SAP for Banking auf Basis der Technologieplattform SAP NetWeaver Finanzinstitute dabei, Transaktionen und Beziehungen professionell zu steuern, um Geschäftsmöglichkeiten schnell zu identifizieren und zu nutzen. Darüber hinaus lassen sich mit Hilfe von der SAP-Lösung neue Produkte entwickeln, um den individuellen Anforderungen von Kunden zu entsprechen.

Informationen zu SAP Die SAP AG, mit Hauptsitz in Walldorf, ist der weltweit führende Anbieter von Unternehmenssoftware und Dienstleistungen, mit denen Firmen jeder Größe und in über 25 Branchen ihre Geschäftsprozesse auf Wachstum und Profitabilität ausrichten können. SAP- Anwendungen sind bei etwa 75.000 Kunden (inklusive Kunden von Business Objects) in mehr als 120 Ländern im Einsatz. Gegründet 1972, ist SAP heute der weltweit drittgrößte unabhängige Softwareanbieter, mit Niederlassungen in über 50 Ländern. Im Geschäftsjahr 2007 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 10,2 Mrd. Euro (ohne Berücksichtigung von Business Objects). Derzeit beschäftigt SAP über 51.440 Mitarbeiter, davon mehr als 15.300 in Deutschland (inklusive Business Objects). SAP ist an mehreren Börsen gelistet, darunter an der Frankfurter Börse und dem New York Stock Exchange (NYSE: SAP).

ENDE Pressemeldung / Pressemitteilung SAP-Studie sieht Banken vor fundamentalem Wandel


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