Deutsche Telekom: Ruhe nach dem Mediensturm


28.07.2008, Die Weltspiele der Menschen mit Behinderung haben sich zu einem Show- und Medienereignis entwickelt. Abseits der Paralympics fristet der Behindertensport in den Medien aber noch immer ein stiefmütterliches Dasein.

Mehrere Stunden täglich werden die öffentlich-rechtlichen TV-Sender ARD und ZDF live von den Paralympics in Peking berichten. Mit fast 4.000 Pressevertretern rechnet das Internationale Paralympische Komitee (IPC).

1,5 Millionen Zuschauer erwarten die Organisatoren in und auf den olympischen Sportanlagen während der zwölf Wettkampftage (6. - 17. September) - die Weltspiele der Menschen mit Behinderung haben sich zu einem Show- und Medienereignis entwickelt. Doch das war nicht immer so. Mit der ersten Austragung der "Stoke Mandeville Games" 1948, dem Vorläufer der Paralympics, begann auch die Berichterstattung über den Behindertensport.

Diese beschränkte sich jedoch in den ersten Jahren vorwiegend auf Ergebnisberichte in Spezialteilen der Publikationen. Erst mit der Trennung in Rehabilitations-/ Integrations- und Spitzensport verstärkte sich in den 80er Jahren die Aufmerksamkeit der Medien und damit das öffentliche Interesse. 1992 zeigten die öffentlich-rechtlichen Sender erstmals insgesamt drei Stunden Bilder von den Spielen in Barcelona. Im Radio gab es zu den Paralympics 1996 in Atlanta bereits tägliche Berichte von allen großen Hörfunkanstalten. Eine tägliche Berichterstattung lieferten dann auch ARD und ZDF von den Spielen in Sydney 2000.

"Es hat sich in den Jahren sicher sehr viel getan"

Auch die Printmedien bedienten sich zusehend des Themas: In Umfang und Qualität jedoch sei die Berichterstattung "trotz der gesellschaftlichen Bedeutungszunahme beispielsweise in den Bereichen Sportpolitik, Organisation und Sponsoring inadäquat", wie Thomas Schierl und Christoph Bertling in ihrer Publikation "Die Thematisierung von Behinderung im Rahmen der visuellen Sportkommunikation" feststellen. Im Vergleich zwischen der Berichterstattung zu den Olympischen Spielen und den Paralympics wird deutlich, dass der Behindertensport in den Redaktionen noch immer ein stiefmütterliches Dasein fristet.

Das sieht auch Conny Dietz so. Die 46 Jahre alte, sehbehinderte Goalballerin startet in Peking zum sechsten Mal bei Paralympics und hat deren rasante Entwicklung hautnah miterlebt. "Es hat sich in den Jahren sicher sehr viel getan, alles ist professioneller geworden", sagt sie. "Allerdings fokussiert sich das Interesse der Medien und der Öffentlichkeit fast ausschließlich auf die Paralympics. Danach wird es wieder ruhig um uns. Und das ist sehr schade."

Keine angemessene Berichterstattung

Die Gründe dafür sind vielfältig. Unterschiedliche Studien haben ergeben, dass einerseits die Einstellungen von Journalisten, andererseits die mangelnden Informationen der Medien sowie die Vielfalt der Schadensklassen (Kauer, Bös 1998) dafür verantwortlich zeichnen, dass dem Behindertensport und auch den Paralympics sowohl quantitativ als auch qualitativ keine angemessene Berichterstattung zuteil wird.

"Wir wünschen uns natürlich, dass das Medieninteresse noch weiter steigt", sagt auch Hannelore Brenner, Deutschlands erfolgreichste Sportreiterin mit Behinderung. "Unser Sport beziehungsweise die Berichterstattung darüber kann einen wichtigen Beitrag zur Integration der Behinderten in die Gesellschaft leisten."

ENDE Pressemeldung / Pressemitteilung Deutsche Telekom: Ruhe nach dem Mediensturm


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