Welttag des Meeres: Wie gut kennen wir das Meer wirklich? Umfrage zeigt überraschende Wissenslücken in der Schweiz
08.06.2026, Berlin (ots) - Fast jede fünfte Person weiss nicht, dass das Meer mehr Fläche als das Land bedeckt. Zum Welttag des Meeres am 8. Juni offenbart eine repräsentative MSC-Umfrage Wissenslücken über die Ozeane und ihre Bedeutung.
Wie viel wissen wir über das Meer? Eine aktuelle, repräsentative Umfrage des Marine Stewardship Council (MSC) zeigt: Vielen Menschen in der Schweiz fehlt grundlegendes Wissen über das Meer.
So weiss fast jede fünfte Person (17%) nicht, dass das Meer einen grösseren Teil der Erdoberfläche bedeckt als das Land. Mehr als ein Drittel der Befragten (35%) weiss nicht, dass das Meer tiefer sein kann, als der höchste Berg der Erde hoch ist. Und mehr als jede vierte Person (27%) weiss nicht, dass Überfischung heute stärker verbreitet ist als noch vor 50 Jahren.
Für die Umfrage befragte das Meinungsforschungsinstitut GlobeScan im Auftrag des MSC 1.000 Menschen in der Schweiz. Die Ergebnisse werden anlässlich des Welttags des Meeres am 8. Juni veröffentlicht.
"Das Meer bedeckt rund 70 Prozent der Erdoberfläche und erreicht Tiefen von bis zu 11.000 Metern. In seiner Grösse wirkt es oft unerschöpflich - tatsächlich sind viele Meeresökosysteme jedoch durch menschliche Einflüsse belastet. Mehr als ein Drittel der weltweiten Fischbestände gilt derzeit als überfischt", sagt Andrea Harmsenvom MSC-Siegel für nachhaltige Fischerei.
Sorge um den Zustand der Meere ist gross
Die grosse Mehrheit der in der Schweiz Befragten (91%) zeigt sich besorgt über den Zustand der Meere. Als grösste Herausforderungen nennen sie die zunehmende Verschmutzung, die Überfischung und die illegale Fischerei.
Zwar wissen 73 Prozent der Befragten, dass Überfischung heute weiter verbreitet ist als vor 50 Jahren. Gleichzeitig glaubt jede dritte Person (33 %) fälschlicherweise, dass sich überfischte Bestände grundsätzlich nicht mehr erholen können. Weitere 25 Prozent sind sich in dieser Frage unsicher.
Überfischte Bestände können sich erholen
"Unsere Arbeit mit Fischereien auf der ganzen Welt zeigt: Die Herausforderungen sind gross, aber die Erholung überfischter Bestände und belasteter Ökosysteme ist möglich, wenn wirksame Managementmassnahmen umgesetzt werden", so Harmsen.
Ein aktuelles Beispiel ist die Sardine vor der Iberischen Halbinsel. Nach Jahren intensiver Befischung befand sich der Bestand in einem kritischen Zustand. Ein umfassender Bewirtschaftungsplan mit saisonalen Fangverboten, Fangbegrenzungen und kontinuierlichem Bestandsmanagement ermöglichte jedoch die Erholung. Heute ist der Bestand nach wissenschaftlichen Schätzungen rund viermal so gross wie im Krisenjahr 2015.
Auch andere Fischbestände konnten sich dank wirksamer Schutz- und Managementmassnahmen erholen. So hat der einst gefährdete Rote Thunfisch im Mittelmeer nach einem strengen Wiederaufbauplan mittlerweile das höchste Niveau seit den 1960er-Jahren erreicht. Der Seehecht im Süden Englands erholte sich nach starken Bestandsrückgängen in den 1990er- Jahren ebenfalls - unter anderem dank solch vergleichsweise kleiner Anpassungen wie einer Vergrösserung der Maschenweiten der Fangnetze.
"Diese Beispiele zeigen, dass nachhaltiger Fischfang und die Erholung von Fischbeständen möglich sind. Sie sollte uns heute Mut machen und zeigen, dass sich entschlossenes Handeln lohnt", so Harmsen. "Verbraucherinnen und Verbraucher können ihren Beitrag leisten, indem sie beim Fischkauf auf eine nachhaltige Herkunft achten."
Pressekontakt:
Andrea Harmsen
Marine Stewardship Council
andrea.harmsen@msc.org
Tel: +49 (0)30 609 8552 10
ENDE Pressemeldung / Pressemitteilung Welttag des Meeres: Wie gut kennen wir das Meer wirklich? Umfrage zeigt überraschende Wissenslücken in der Schweiz
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