Neun von zehn Unternehmen wollen ihre digitale Souveränität stärken Studie
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22.04.2026, Digitale Souveränität steht weit oben auf der Agenda von Unternehmen der DACH-Region: Laut einer aktuellen Studie von valantic und dem Handelsblatt Research Institute (HRI) haben 90 Prozent der 1.000 befragten Entscheiderinnen und Entscheider bereits gehandelt oder planen Maßnahmen zur Stärkung ihrer digitalen Unabhängigkeit. Ein weiteres Ergebnis der C-Level-Befragung Digital Excellence Outlook 2026: Organisationen mit einem hohen Reifegrad beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz gehen das Thema Digitale Souveränität besonders entschlossen an.
Aktuelle geopolitische Konflikte und das angespannte Verhältnis zwischen Europa und der US- Administration haben vielen Verantwortlichen zuletzt vor Augen geführt, welche Risiken entstehen können, wenn kritische Daten, Plattformen und Technologien überwiegend in der Hand weniger außereuropäischer Akteure liegen. Digitale Souveränität gewinnt rasant an strategischer Bedeutung - ein Trend, den die gemeinsame Studie von valantic und HRI mit Blick auf Einstellungen und Maßnahmen europäischer Unternehmen klar bestätigt.
Die Studienergebnisse zeigen: Der Großteil der Unternehmen im DACH-Raum hat nicht nur die Dringlichkeit erkannt, sondern ist bereits aktiv geworden. Die deutliche Mehrheit der befragten Entscheiderinnen und Entscheider berichtet, dass in ihren Organisationen konkrete Schritte zur Erhöhung der digitalen Unabhängigkeit entweder bereits realisiert wurden oder derzeit in Umsetzung oder Planung sind. Lediglich einer von zehn Teilnehmenden gibt an, weder Maßnahmen ergriffen zu haben noch entsprechende Initiativen zu sondieren. Ein klares Signal dafür, dass Nichtstun in Fragen der digitalen Souveränität zur Ausnahme geworden ist.
Wie Unternehmen ihre digitale Souveränität konkret stärken
DACH-Unternehmen verfolgen digitale Souveränität darüber hinaus in vielen Fällen nicht mit Einzelmaßnahmen, sondern mit einem ganzen Bündel strategischer und operativer Initiativen. Der Handlungsdruck wird offenbar als groß empfunden: Fast zwei Drittel der Befragten erachten ihre digitale Abhängigkeit als kritisch für die künftige Wettbewerbsfähigkeit.
Um dieser Herausforderung zu begegnen, setzen die Unternehmen vor allem an zentralen Daten- und Infrastrukturhebeln an: Rund zwei von drei Unternehmen verfolgen bereits aktiv Konzepte der unternehmensweiten Datenklassifizierung und Residency-Policies. Dabei hat knapp ein Drittel diese Vorgaben schon vollständig etabliert (29,0 Prozent), während gut ein weiteres Drittel (38,3 Prozent) aktuell an der Umsetzung arbeitet.
Hinsichtlich der Infrastruktur haben 69 Prozent einen klaren Fokus auf EU-Datenresidenz und -lokation für Primärspeicher und Backups gelegt, das heißt, entsprechende Konzepte wurden bereits eingeführt oder befinden sich in der Umsetzung. Ein ähnlich hoher Anteil nutzt EU-basierte Alternativen und Sovereign-Cloud-Angebote oder führt diese derzeit ein (66,2 Prozent).
Parallel dazu setzen immer mehr Unternehmen auf eigene Key- Management-Systeme und BYOK-Konzepte (Bring Your Own Key). 28,3 Prozent haben entsprechende Modelle längst umgesetzt, weitere 36,5 Prozent befinden sich in der Einführung. Es zeigt sich: Wo Daten liegen, unter welcher Jurisdiktion sie verarbeitet werden und wie technologische Abhängigkeiten von außereuropäischen Anbietern reduziert werden können, ist für die Befragten insgesamt von wachsender Bedeutung.
KI-Vorreiter treiben digitale Souveränität besonders entschlossen voran
Unternehmen mit einem hohen KI-Reifegrad* blicken der Studie zufolge besonders kritisch auf ihre Abhängigkeit von außereuropäischen Cloud-, Daten- und KI-Anbietern - und ziehen daraus auch deutlichere Konsequenzen als der Rest. Während bei Unternehmen mit niedrigem KI-Reifegrad nur rund ein Drittel die eigene Abhängigkeit als hoch einschätzt (35 Prozent), sind es bei den KI-Vorreitern fast zwei Drittel (65 Prozent).
Dieses Bewusstsein übersetzt sich in entschlossenes Handeln: Der Umsetzungsgrad bei Maßnahmen zur Stärkung der digitalen Souveränität ist bei den KI-Vorreitern deutlich höher ausgeprägt als bei den übrigen Befragten. Im Mittelpunkt stehen vor allem aktive Investitionen in eigene Daten- und KI- Infrastrukturen in Europa sowie Kooperationen mit europäischen Technologie- und Cloud-Anbietern; Beteiligungen an nationalen oder europäischen Initiativen ergänzen diesen Ansatz.
"Die Steigerung der digitalen Souveränität steht weit oben auf der Management-Agenda der DACH- Unternehmen", sagt Laurenz Kirchner, Managing Director und Leiter der AI Practice bei valantic. "Gerade vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen und der starken Rolle außereuropäischer Cloud- und KI-Anbieter wächst der Druck, Abhängigkeiten aktiv zu steuern. Besonders die KI- Vorreiter senden ein klares Signal: Wer früh in KI investiert hat, beschäftigt sich heute sehr bewusst mit Fragen der Kontrolle über Daten, Infrastruktur und Verschlüsselungstechnologien - und leitet daraus konkrete Investitionsentscheidungen ab."
Zum Studiendesign:
Die Ergebnisse des Digital Excellence Outlook 2026 basieren auf einer quantitativen und qualitativen Befragung. In quantitativer Hinsicht wurden 1.000 Unternehmensentscheiderinnen und -entscheider aus Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH-Region) befragt, die mehr als 100 Beschäftigte haben, wobei ein Drittel mehr als 1.000 Beschäftigte aufweist. Ungefähr elf Prozent der befragten Unternehmen haben mehr als 5.000 Beschäftigte. Die quantitative Befragung wurde durch acht exklusive Tiefeninterviews mit Führungskräften aus internationalen Unternehmen ergänzt - darunter Konzerne aus DAX, MDAX und SMI.
Im Schwerpunkt handelt es sich bei den Befragten um C-Level-Manager. Der Fokus liegt auf den Branchen Automotive, Pharma, Handel, Produktion, Telekommunikation, Logistik sowie Versorgungsunternehmen (Strom, Gas und Wasser).
*Um die KI-Reife der Unternehmen zu ermitteln, wurden die Befragten um eine Selbsteinschätzung gebeten: Eine hohe KI-Reife wurde dadurch gekennzeichnet, dass Unternehmen die KI- Transformation bereits ausdrücklich in ihrer Geschäftsstrategie verankert und in der eigenen Organisation umfassende Kompetenzen zum Einsatz von KI aufgebaut haben.
Über valantic
valantic zählt zu den am schnellsten wachsenden Digital Consulting-, Solutions- und Software-Gesellschaften am Markt. Über 500 Blue Chip Kunden vertrauen bereits auf valantic - davon 33 von 40 DAX-Konzernen sowie eine Vielzahl internationaler Marktführer. Mit mehr als 4.300 Digitalisierungs-Expertinnen und -Experten ist valantic in 20 Ländern weltweit vertreten und wird in 2026(e) voraussichtlich einen Umsatz von 650 Mio. Euro erwirtschaften.
Etwa 2.000 erfolgreiche Digitalisierungsprojekte in den letzten fünf Jahren haben gezeigt, dass die Expertinnen und Experten von valantic die Herausforderungen ihrer Kunden genaustens verstehen. Von der Strategie bis zur handfesten Umsetzung verfügen diese über die notwendige Expertise, Projekte von Anfang bis Ende zu begleiten und erfolgreich zu machen. Dabei verbinden sie technologische Kompetenz mit Branchenkenntnis und Menschlichkeit.
valantic berät Unternehmen zu allen Herausforderungen der Digitalen Transformation, hilft diesen, ihre Corporate Performance besser zu managen und die Potenziale von Daten und Künstlicher Intelligenz zu heben. Darüber hinaus unterstützt valantic seine Kunden dabei, die Customer Experience optimal zu gestalten, Kerntechnologien der Digitalisierung gewinnbringend einzusetzen und Unternehmensprozesse durchgängig zu optimieren.
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