EU-Kommission in Kritik wegen Nähe zur Tierindustrie


EU-Kommission in Kritik wegen Nähe zur Tierindustrie
Bildrechte: Animal Equality Germany e.V.

16.04.2026, Die international tätige Tierschutzorganisation Animal Equality hat am Abend des 14. April in Brüssel das Berlaymont-Gebäude der EU-Kommission mit einer eindrucksvollen Projektion beleuchtet. Damit machen die Tierschützer*innen auf den starken Einfluss der Tierhaltungsindustrie auf die EU- Kommissare Olivér Várhelyi und Christophe Hansen aufmerksam. Eine neue Datenanalyse zeigt auf, wie die Agrarindustrie die Tierschutzpolitik beeinflusst.

In der vergangenen Nacht hat die international tätige Organisation Animal Equality eine großflächige Projektion auf das Berlaymont-Gebäude der EU-Kommission in Brüssel durchgeführt. Damit prangerte die Organisation den Einfluss der Tierhaltungsindustrie auf die EU-Behörden an, die sich eigentlich für den Schutz von Tieren einsetzen sollten. Zuvor hatte Animal Equality aufgedeckt, dass die EU-Kommissare Olivér Várhelyi (Gesundheit und Tierschutz) und Christophe Hansen (Landwirtschaft und Ernährung) sich zuletzt immer wieder mit der Agrarindustrie getroffen haben, um über Tierschutz zu sprechen - mit Tierschutzorganisationen hingegen kaum.

Wie stark die Industrie, die von den Tieren profitiert, die Tierschutzpolitik beeinflusst, zeigt die Aktion von Animal Equality. "Factory Farm Headquarters" (Zentrale der Tierindustrie), "EU: stop serving the farming industry" (EU: Hört auf, der Agrarindustrie zu dienen) und "Ban cages and end male chicks killing" (Verbietet Käfige und beendet das Töten männlicher Küken) leuchtete auf dem Kommissionsgebäude. Dazu waren die Gesichter der EU-Kommissare Olivér Várhelyi, und Christophe Hansen sowie der Präsidentin der EU-Kommission Ursula von der Leyen zu sehen. Durch den Einfluss der Agrarindustrie im Entscheidungszentrum der EU verzögert sich die Reform der EU- Tierschutzgesetzgebung seit Jahren.

"Mit unserer Projektion auf den Sitz der Europäischen Kommission machen wir deutlich, was hinter verschlossenen Türen passiert: Die Kommission stellt Industrieinteressen über ihre eigenen Verpflichtungen - und über den Willen von Millionen Bürger*innen, die ein Ende der Tierquälerei fordern. Animal Equality wird nicht nachlassen: Die EU muss jetzt handeln und eine ambitionierte Tierschutzreform auf den Weg bringen."

- Vanessa Raith, Direktorin von Animal Equality Deutschland

Kommission bricht seit Jahren ihre Versprechen

Im Jahr 2021 hatte die EU-Kommission nach der Europäischen Bürgerinitiative "End the Cage Age", die von 1,4 Millionen Bürger*innen unterstützt wurde, zugesagt, bis Ende 2023 einen Gesetzesvorschlag zum Ausstieg aus der Käfighaltung vorzulegen. Diese Frist verstrich, ohne dass bis heute ein entsprechender Vorschlag präsentiert wurde. Noch immer werden jährlich rund 300 Millionen Hühner, Schweine und andere Tiere in der EU in engen Käfigen gehalten.

Auch im Arbeitsprogramm 2026 - dem offiziellen Arbeitsplan der Kommission, der ihre legislativen Vorhaben festhält - findet sich kein verbindlicher Vorschlag zur Verbesserung des Tierschutzes. Stattdessen kündigte die Kommission lediglich "nichtlegislative" Maßnahmen in einer sogenannten "Livestock Strategy" an. Auf Nachfrage in einer Pressekonferenz, was genau unter diesen "Elementen zum Tierschutz" zu verstehen sei, blieb die Kommission jedoch jede inhaltliche Klarstellung schuldig. Damit ist es bereits das dritte Jahr in Folge, in dem verbindliche Vorschläge zur Verbesserung des Schutzes von landwirtschaftlich genutzten Tieren im Arbeitsprogramm der Kommission fehlen.

So bestimmt die Agrarindustrie die Tierschutzpolitik

Animal Equality hat 708 öffentliche Treffen, die im Transparenzregister der EU-Kommission dokumentiert sind, im Zeitraum Dezember 2024 bis März 2026 ausgewertet. Das Ergebnis ist alarmierend:

  • Analysierte Treffen gesamt: 708

  • Davon Treffen mit der Agrarindustrie zu Tierschutz: mindestens 46

  • Davon Treffen mit Tierschutzorganisationen: 7

  • Verhältnis: 7:1 zugunsten der Industrie

  • Erwähnung des Wortes "Käfig" im Betreff in 708 Treffen: 0 Mal

  • Erwähnung von "Kükentötung" im Betreff in 708 Treffen: 0 Mal

Besonders deutlich wird die Schieflage bei Kommissar Várhelyi: Er und sein Kabinett trafen sich mindestens 40 Mal mit der Agrarindustrie zum Thema Tierschutz - aber nur viermal mit Tierschutzorganisationen. Ein Verhältnis von 10:1.

Was Animal Equality fordert

Die Tierschutzorganisation macht mit einer Kampagne auf die Missstände und gebrochenen Versprechen aufmerksam. Mit zahlreichen Protesten und Aktionen in Brüssel sowie einem Offenen Brief fordert sie die Verantwortlichen der EU-Kommission zum Handeln auf. Die Forderungen:

  • Einen verbindlichen, monatsgenau festgelegten Zeitplan für einen Gesetzesvorschlag bis Ende 2026

  • Die Bestätigung, dass der Vorschlag ein Verbot der Käfighaltung und ein Verbot der Kükentötung beinhalten wird

  • Ausgewogenen institutionellen Zugang: Die Kommission muss jene, die Tiere verteidigen, ebenso häufig anhören wie jene, die von ihrer Ausbeutung profitieren

Wir stehen Ihnen jederzeit für weitere Informationen und Gespräche zur Verfügung. Wenden Sie sich gerne an unseren Pressekontakt Till Hartmann via E-Mail an oder melden Sie sich telefonisch unter +49 (0)176 30040892.

Über Animal Equality

Animal Equality wurde 2006 von Sharon Núñez, Javier Moreno und Jose Valle in Spanien gegründet und ist heute eine der weltweit effektivsten Tierschutzorganisationen. Gemeinsam mit Gesellschaft, Politik und Unternehmen arbeiten wir in acht Ländern auf vier Kontinenten für eine Welt, in der alle Tiere respektiert und vor Ausbeutung geschützt werden. Zudem unterstützt Animal Equality mit der Plattform Love Veg zahlreiche Menschen bei ihrer Ernährungsumstellung und bietet unter anderem kostenfreie pflanzliche Kochbücher an. Animal Equality setzt sich durch Aufklärungsarbeit, Unternehmenskampagnen und die Veröffentlichung von Undercover-Recherchen dafür ein, die Grausamkeit gegenüber landwirtschaftlich genutzten Tieren zu beenden. Ebenso strebt Animal Equality Fortschritte für Tiere auf rechtlicher Ebene an.

Pressekontakt:

Animal Equality Germany e.V.

Till Hartmann

presse@animalequality.de

+49 (0)176 30040892



ENDE Pressemeldung / Pressemitteilung EU-Kommission in Kritik wegen Nähe zur Tierindustrie


Hinweis der Redaktion: Die Bildrechte liegen beim jeweiligen Herausgeber. Bildrechte: Animal Equality Germany e.V.



Quellen:
Newsaktuell   HELP.ch


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